Innstolz kommt gut durch Krisenjahr - und legt weiter zu

Selbst 2009 Absatzsteigerung - Frischdienst-Unternehmen erwartet heuer Umsatz von 53 Millionen Euro - 3800 gewerbliche Kunden

Von Alois Schießl

Rotthalmünster/Deggendorf. Der Name „Innstolz Frischdienst“ ist in Ostbayern und Oberösterreich seit Jahrzehnten ein Begriff: 3800 gewerbliche Kunden (Wirte, Bäcker, Metzger, Einzelhändler und Betreiber von Großverbraucherküchen) werden mit Käsespezialitäten, Milchfrischprodukten, Tiefkühlkost oder biologischen Lebensmitteln beliefert. Das Sortiment umfasst 8000 Artikel. Und diese Vielfalt ist laut Vertriebschef und Prokurist Isidor Neumaier ein wesentlicher Grund dafür, dass die bereits 1898 gegründete Firma auch „gut durch das allgemeine Krisenjahr 2009 gekommen ist, und 2010 sogar wieder zulegen wird.“

„Wir haben unser Sortiment konsequent auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten, liefern alles aus einer Hand - was auch vorherige Beratung umfasst - und können über das Handelshaus Rau auch Tankstellen, Kioske oder Nahversorger wie Dorfläden beliefern. Das wird von den Kunden honoriert“, betont Neumaier. Dies auch, weil Innstolz selber vor allem regional einkaufe, und sich dort, wo dies nicht möglich sei (z.B. bei Meeresfischen), auf Fachimporteure stütze. „Und bei Bio-Kaffee und Fairtrade-Produkten haben wir wie im Bio-Sortiment bereits die Vorreiterrolle in unserer Region“, versichert Neumaier.

Bei Fachmessen würden mit Partnern und Kunden Trends aufgespürt oder gesetzt. So jüngst in Deggendorf mit 90 Ausstellern und über 2000 Fachbesuchern. „Auf diesem Marktplatz der Orientierung nutzten die Profis aus der Gastronomie, Küche und Großverpflegung die Gelegenheit, neue Wege für die Ausrichtung ihres Spezialangebotes zu suchen. Dabei standen die Themen regionale Herkunft der Ware, biologische Sortimente, Lösungen für Kau- und Schluckbeschwerden und Mangelernährung in der Patienten- und Seniorenverpflegung sowie - vor dem Hintergrund der Fußball-WM - Aktionsideen mit afrikanischen Produkten im Vordergrund“, sagte Neumaier.
Diese Kundenorientierung habe dazu beigetragen, dass Innstolz-Frischdienst „besser als die Branche“ durch das Jahr 2009 gekommen sei, und den Umsatz der Unternehmensgruppe auf Vorjahreshöhe von rund 52 Millionen Euro habe halten können. „Wegen der gefallenen Lebensmittelpreise - vor allem Milch- und Käseprodukte sind billiger geworden - bedeutet dies aber sogar eine Absatzsteigerung“, erklärt Neumaier.

Er verweist auch darauf, dass die Mitarbeiterzahl der Innstolzgruppe seit Jahren stabil bei 210 liege. Das Unternehmen sei im übrigen tarifgebunden. „Geschäftsführung, Betriebsrat und Mitarbeiter sehen diese Tariforientierung positiv, ebenso wie das Vorhandensein eines Betriebsrates“, sagt Neumaier. Für 2010 erwartet er sogar wieder ein Umsatzwachstum - auf über 53 Mio. Euro. Die Zahlen des ersten Quartals 2010 stimmten ihn optimistisch, auch, weil die Senioren- und Schulverpflegung an Bedeutung gewinne, in der Innstolz Frischdienst durch Spezialsortimente stark vertreten sei.


DIE FIRMA:

Das Unternehmen geht auf die Gründung einer Molkerei - der ersten in Niederbayern - 1898 durch den Landwirt Johann Roiner zurück. 1948 erweiterte dann Franz Roiner den Betrieb um einen Frischdienst und legte damit den Grundstein für die heutige „Innstolz Frischdienst der Innstolz Käsewerk Roiner KG“. Dieser Frischdienst wurde 1980 aus der Molkerei in Rotthalmünster räumlich ausgegliedert und Logistik und Vertrieb wurden zentral nach Deggendorf verlagert. Die Molkerei, die rund 35 Mitarbeiter beschäftigt, produziert pro Jahr etwa 1500 Tonnen Käse.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben auch eine Niederlassung für den oberösterreichischen Markt in Lembach in Oberösterreich. Zur Innstolz Käsewerk Roiner KG gehört auch die Bio Molkerei in Lembach und der Lebensmittelgroßhandel Frisch & Nah Handelshaus Rau, Pfarrkirchen. Bundesweit bzw. überregional einkaufende Kunden (Hotelgruppen, Verbundgruppen in Kliniken und Senioreneinrichtungen etc.) werden über die Mitgliedschaft in den nationalen Vertriebsnetzwerken Pro Frisch GmbH und TIFA Service GmbH bedient.

Seit Firmengründung ist das Innstolz-Unternehmen im ununterbrochenen Familienbesitz; heute in der dritten und der vierten Generation der Familien Leebmann und Fischerauer. Geschäftsführer sind Johanna Leebmann, geborene Roiner, und Florian Leebmann (4. Generation). Die Vertriebsleitung liegt bei Prokurist Isidor Neumaier, der sich hinsichtlich der weiteren Entwicklung optimistisch zeigt.

Quelle: Passauer Neue Presse, 15. Juni 2010

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