"Milch in die Tasse - das hat große Klasse"
Landwirtschaftsminister Helmut Brunner eröffnet die Aktionswochen "Mehr Milch in Bayerns Schulen"
Von Johannes Viertlböck
Die Aktionswochen „Mehr Milch an Bayerns Schulen“ des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums haben gestern mit der Auftaktveranstaltung an der Karl-Heiß-Schule begonnen. Staatsminister Helmut Brunner (CSU) betonte dabei die Bedeutung der Milch für eine ausgewogene Ernährung im Kindesalter. Ziel der bayernweiten Aktion sei es, den Schülern „die Milch als gesundes Produkt und Fitnessgetränk nahe zu bringen“.
Obwohl Rektorin Monika Geltl neben Brunner mit Kultus-Staatssekretär Dr. Marcel Huber (CSU) und Oberbürgermeister Hans Rampf weitere prominente Gäste begrüßen konnte, standen die Schüler bei der Feierstunde im Ruffinischlösschen im Mittelpunkt. Mit ihren Lehrerinnen Birgit Braun-Rehm, Yvonne Wandslebe, Elfriede Ellbauer, Carola Plecher und Gertrud Stimmelmayr hatten sie in den vergangenen Wochen Lieder und Gedichte einstudiert. Alle drehten sich um Kühe und das gesunde Naturprodukt Milch und waren nicht nur lustig, sondern auch lehrreich. Auf den Punkt brachten es die „SchLAgwerker“ der Klassen 3a und 4a: „Milch in die Tasse - das hat große Klasse“, sangen sie in ihrem „Milch-Rock“.
Brunner war sichtlich begeistert vom Engagement der Schüler. „Ich sehe, dass Ihr über Milch sowieso schon alles wisst“, lobte der Minister und verzichtete deshalb auf seine vorbereitete Rede. „Da wird mir bestimmt niemand böse sein.“
Lila Kuh nur in der Werbung
Statt an die Gäste wandte sich Brunner fortan an die Kinder auf der Bühne. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes: Der Minister packte, ganz Tatmensch, das Rednerpult und drehte es kurzerhand um. Bei Schülern und Publikum kam das natürlich prima an, zumal Brunner den Dialog mit den Sechs- bis Zehnjährigen suchte und als zweifacher Familienvater schnell einen Draht zu den Kindern fand. Welche Farbe eine Kuh denn habe, wollte der Politiker zum Beispiel wissen. „Schwarzweiß“, antworteten die Schüler. Und Landwirtschaftsmeister Brunner war zufrieden: „Stimmt, lila sind Kühe nur in der Werbung.“
Ganz auf politische Botschaften verzichten wollte der Minister indes nicht. Erst rührte er fleißig die Werbetrommel für die bayerische Milchwirtschaft: „Milch ist ein regionales Produkt, das man nicht von weit her holen muss.“ Anschließend richtete Brunner einen versteckten Appell an die Finanzpolitiker. „Es kostet Geld, ein flächendeckendes Netz für Schulmilch aufzubauen.“ Trotz der schwierigen Haushaltslage lohne es sich, in diesen Bereich zu investieren, sagte Brunner. „Vielleicht gelingt uns dann bei der Ernährung das, was im Umweltschutz bereits geschafft wurde: Die Gesellschaft von den Kindern aus zu beeinflussen.“ Wenn die Schüler sich gesünder ernährten, würden sich die Ausgaben sogar rentieren, sagte Brunner. „Das würde zu weniger Krankheiten wie Übergewicht führen und damit letztlich Kosten im Gesundheitswesen sparen.“
Ein Kälbchen namens Marcel
Sein Kabinettskollege Marcel Huber, der als Vertreter des für die Schulen zuständigen Kultusministeriums an der Veranstaltung teilnahm, gab sich ebenfalls volksnah. Der studierte Tierarzt erzählte den interessierten Kindern davon, wie er kürzlich bei einem Bauernhof-Besuch geholfen habe, ein Kälbchen auf die Welt zu bringen. Und das mit bleibender Wirkung: „Der Bauer hat das Kalb Marcel genannt“, sagte der Staatssekretär und hatte die Lacher auf seiner Seite.
Die Milch pries Huber als „ideales Lebensmittel, das für den Menschen sehr wertvoll ist“. Dieses Bewusstsein sei in den vergangenen Jahren bei vielen Eltern verloren gegangen. „Deshalb müssen wir die Milch und ihre Bedeutung für eine gesunde Ernährung wieder in den Mittelpunkt stellen.“ Es müsse für Kinder selbstverständlich sein, täglich Milch zu trinken. Das bayerische Kabinett wolle mit gutem Beispiel vorangehen, versprach Huber. „Bei unseren Sitzungen gibt es seit einiger Zeit ja auch Milch. Da schenken Helmut Brunner und ich uns jede Woche eine Halbe ein.“
Quelle: Landshuter Zeitung vom 21. Mai 2010
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