Winterwellness - kleiner, aber feiner

Weniger Aussteller bei der zweiten Auflage der Messe - Aber: Das Angebot kam bei den Besuchern an


Von Doris Altmannsberger
Bad Griesbach. Mit weniger Ausstellern als bei der Premiere vor einem Jahr ist am Wochenende die 2. Bad Griesbacher „Winterwellness“ über die Bühne gegangen. „Umso kleiner, umso feiner“, betonte Bürgermeister Jürgen Fundke bei der Eröffnung, dass es freilich nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität ankommt.

Was ist Wellness? Was ist „Winterwellness“? Wer auf diese Fragen Antworten sucht, der bekommt sie zahlreich und vielfältig an diesem Wochenende im Bad Griesbacher Kursaal. Für manche ist Wellness, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, dabei aber auf den Genuss nicht zu verzichten. So etwas geht mit Käse, Molke und Joghurt aus einer heimischen Molkerei, mit alkoholfreiem, isotonischem Bier, aber genauso gut mit Hochprozentigem einer Bayerwald-Schnapsbrennerei.

„Schmecken muss es halt“, führt Josef Kobler, Gebietsverkaufsleiter der Arco-Brauerei, das Hauptargument, wenn’s um Bier geht, ins Feld. Wellness und Bier, diese beiden Begriffe passen seiner Meinung nach sehr gut zusammen. „In den vergangenen Jahren wurde einfach zu wenig getan, um Bier salonfähig zu machen. Da wurde vom Wohlfühlfaktor eines Glaserl Weins gesprochen. Kein Wunder, dass die Deutschen immer weniger Bier trinken“, stellt er fest.
Wellness geht aber nicht nur durch den Magen, sondern kommt auch von außen. Mit dem richtigen Outfit, wie Gabriela Reisecker betont, fühle man sich doch gleich wie ein neuer Mensch. Kleine Akzente könnten, so die Österreicherin, schon viel bewirken, und so ist sie mit einem Schwung feinster Seiden-Schals, Ringe, Ketten und Armbänder in die Kurstadt gereist, um ein bisschen zum Wohlfühl-Gefühl der Besucher beizutragen.

Sich gesund und fit fühlen, das geht freilich nur, wenn man gesund und fit ist. Und das geht in Bad Griesbach eigentlich ganz einfach: Mit einem Besuch in der Therme. So präsentierte sich bei der Winterwellness auch die Wohlfühltherme mit einem eigenen Stand. Mitarbeiter Horst Kaiser stellte den Besuchern das Wasser mit den magischen Kräften vor - auch wenn das Hauptgesprächsthema an diesem Tag eher die Ankündigung von stv. Landrat Manfred Riedl und Bürgermeister Jürgen Fundke war, dass man an diesem Dienstag das Projekt „eine Sauna für Bad Griesbach“ endgültig auf den Weg bringen werde. Wo könnte man denn diese Sauna hin bauen, wollten die Besucher von Horst Kaiser wissen. Und wie würde das in der Praxis aussehen? „Ganz einfach“, sagt Kaiser, und zeigt im Bild der Therme auf den Bereich, wo jetzt Ruheräume sind und später die Sauna ihren Platz finden wird.

Überhaupt wird dem Thema Gesundheit auf der „Winterwellness“ breiter Raum eingeräumt. Da sind Andreas und Regina Lammert vor Ort, die in ihrer täglichen Arbeit den Schmerzen auf den Grund gehen und neue Wege bei Rücken-, Gelenk- oder Kopfschmerzen beschreiten. Da ist Gerd Hilger mit seinem Team aus Bad Füssing angereist und vermisst die Augen der Messe-Besucher bis ins kleinste Detail, prüft den Augeninnendruck und die Reaktion auf Lichtimpulse. Ein Angebot, das ankommt: Schon wenige Minuten nach Eröffnung der Messe bilden sich lange Schlangen vor seinem Stand.

Die Organisatoren von „Basic Erfolgsmanagement“ ziehen eine zufriedene, wenn auch nicht ganz unkritische Bilanz. „Die Besucher, die kamen, waren wirklich interessiert, es waren auch viele hier, die im letzten Jahr schon die Messe besucht haben.“ Rund 1500 Besucher, schätzt Projektleiterin Kerstin Schmidt waren insgesamt im Kursaal. Allerdings waren die Aussteller selbst eher weniger zufrieden - sie fühlten sich von den Hotels in der Kurstadt im Stich gelassen. „Es wurde hier mehrmals kritisiert, dass in den Hotels die Flyer zur Messe nicht ausgelegen sind“, sagt Schmidt, obwohl sie die Prospekte und Plakate selbst dort hingebracht hatte.

Quelle: Passauer Neue Presse, 23.11.2009