Bedürfnis nach gesundem Essen wächst

Innstolz veranstaltet zweitägige Messe für Fachpublikum in der Stadthalle

Von Franz Bergbauer
Deggendorf. Über 2500 Fachbesucher - Köche, Gastronomen, Lebensmittelhandwerker und Facheinkäufer - werden auf der heute zu Ende gehenden zweitägigen 7. Innstolz Frischdienst Fachmesse (IFF) in der Stadthalle Deggendorf erwartet. 70 regionale und internationale Hersteller präsentieren über 1500 genussvolle Spezialitäten und wiederentdeckte Klassiker.

Die 7. IFF stehe heuer unter dem Motto Marktplatz der Orientierung, erklärte Florian Leebmann, Geschäftsführender Gesellschafter von Innstolz Frischdienst, zur Ausstellungseröffnung. Es sei nicht einfach, sich im Weltmeer der Genüsse und Spezialitäten zurechtzufinden. Neue Ernährungsbedürfnisse und neue Lebensgewohnheiten forderten innovative und flexible Antworten, so Leebmann. „Wo geht der Weg hin im Lebensmittelangebot ?“, fragte der Sprecher: Zu regional oder zu global, zu biologisch oder zu konventionell, zu natürlich oder zur functional, zu Slow oder zu Fast Food.

Das Bedürfnis nach Gesundheit und damit nach besserem und gesünderem Essen wachse, ebenso die Sorge um die Umwelt und die Nachhaltigkeit, bekräftigte Leebmann. Andererseits beschleunige sich der Alltag und damit auch das Bedürfnis nach „schnellerer" Verpflegung. Der Lebensmittelhandel, das Hotel-und Gaststättengewerbe und die Touristiker müssten sich auf die jeweilige Situation des Verbrauchers und Gastes einstellen. „Die Kompassnadel auf der Einladung zur heurigen IFF zeigt in die Richtung regional, biologisch und slow, aber auch der vermeintliche Gegensatz kann das richtige Angebot sein“, so Leebmann. Eines schloss Leebmann als Veranstalter aus: Auf der 7. IFF gibt es keine genveränderten Lebensmittel und kein Functional Food.

Besonders erfreut zeigte sich Leebmann über die jetzt in Angriff genommene Erweiterung der Stadthalle. „Dann können wir bei der nächsten IFF im Jahr 2010 endlich die Nachfrage aller Aussteller befriedigen.“

Der Trend gehe wieder zu Lebensmitteln aus der Region, stellte Landrat Christian Bernreiter in einem kurzen Grußwort fest, obwohl man heute Lebensmittel von überallher auf der Welt bekommen könne.

Bayern ist das Milchland Nr. 1, betonte Milchkönigin Christa Rappensberger. 7,5 Millionen Tonnen Milch werden pro Jahr von rund 1,2 Millionen Kühen erzeugt. Bayern verfüge noch über 84 Molkereien und Käsereien. Über 400 Käsesorten mit mehr als 1000 Geschmacksrichtungen würden im Freistaat hergestellt. Die Milchkönigin weiß, wovon sie spricht. Sie stammt aus einem Milchviehbetrieb im Landkreis Mühldorf mit 70 Kühen.

Dr. Michael Braun, Geschäftsführer des Tourismusverbands Ostbayem, will Ostbayern im Sinne von Cross Marketing stärken. Mit einer neuen Werbe- und Marketing-Initiative „Der Bayerische Wald. Erfrischend natürlich“ und „Bayerisches Golf- und Thermenland“ werden einerseits die Naturlandschaft im größten zusammenhängenden -Waldgebiet Europas und andererseits das Gebiet zwischen Donau und Inn mit den fünf niederbayerischen Thermen und dem größten Golf-Resort auf dem Kontinent in den Vordergrund gerückt. Dr. Braun plädierte weiter dafür, mit regionalen Besonderheiten, wie dem Zoigl-Bier, das es in der Oberpfalz gibt, die Werbetrommel zu rühren.

In Seminaren, die parallel zur IFF stattfinden, informierte sich das Fachpublikum über die Möglichkeiten und Anforderungen beim Einsatz biologischer Lebensmittel, übte das Zubereiten von Käse-Sandwiches und das Herstellen von Käseplatten.

Begrüßt wurden u. a. zur 7. IFF die Bezirkstagsmitglieder Margret Tuchen und Renate Franzel, Landrat Christian Bernreiter, 2. Bürgermeister Peter Volkmer, Plattlings 2. Bürgermeister Michael Weiderer, Josef Kümmerle, 2. Bürgermeister in Rotthalmünster, der „kochende Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein“, Thomas Müller, Rose Marie Wenzel vom Hotel- und Gaststättenverband, Dr. Heinrich Niedermaier vom Amt für Landwirtschaft und Forsten, Christine Eder vom Bund der Selbstständigen, Milchkönigin Christa Rappensberger und der Geschäftsführer des Tourismusverbands Ostbayern, Dr. Michael Braun.

Quelle: Deggendorfer Zeitung vom Dienstag, 15.04.08