"Marktplatz der Orientierung"
... und "Marktplatz der frischen Ideen": Innstolz Frischdienst Fachmesse mit über 70 Ausstellern in Deggendorfer Stadthalle - Fokus auf regionalen und biologischen Lebensmitteln
Deggendorf. Lachs von Laschinger und Fischfeinkost aus dem hohen Norden, Fußball-EM-gestylte „donys“, frisch gepresste Säfte, köstliche Strudel und warme Waffeln, Köllnflocken, Buttermilch und natürlich Joghurt und Käse von Innstolz: Reich gedeckt waren die Tische beziehungsweise Stände in der Deggendorfer Stadthalle, und wo sonst kulturelle Köstlichkeiten serviert werden, präsentierte die diesjährige Innstolz Frischdienst Fachmesse (IFF) am Montag und Dienstag Genüsse für den Gaumen der Gastronomen und Großverpfleger.
So geballt und auf engem Raum gibt's Frische und Qualität sonst nirgendwo. Was einerseits schön ist und von der Beliebtheit der IFF zeugt, andererseits immer ein Problem darstellte. Darstellte, wohl gemerkt, denn mit dem Stadthallen-Neubau werde es mit der Platznot bei der nächsten IFF im Jahr 2010 sicher vorbei sein, wagte Florian Leebmann bei der Eröffnung des "Marktplatzes der frischen Ideen" den Blick nach vom.
Kommendes frühest möglich zu erkennen und vorausschauend zu agieren ist allerdings mehr als eine persönliche Fähigkeit des Innstolz-Eigentümers. Schließlich ist die in zweijährigem Turnus stattfindende Innstolz Frischdienst Fachmesse - grundsätzlich und in diesem Jahr besonders -ein "Marktplatz der Orientierung", auf dem Innstolz seinen Kunden aus Gastronomie, Großverpflegung und Lebensmittelhandwerk Hilfestellung leistet und aufzeigt, wo die kulinarische Reise hingeht.
"Sich heute im Weltmeer der Genüsse und Spezialitäten zurechtzufinden, ist nicht einfach", macht Firmenchef Leebmann dann auch deutlich und verwies auf sich wandelnde Ernährungsbedürfnisse und Lebensgewohnheiten. Als zeitgemäße Trends hat Innstolz dabei insbesondere die biologischen Lebensmittel und die regionalen Produkte ausgemacht und stellt sie entsprechend in den Mittelpunkt der diesjährigen Messe. Fast jeder der mehr als 70 Aussteller, erklärt Innstolz-Vertriebsleiter Isidor Neumaier, habe inzwischen neben den konventionellen Produkten auch ein biologisches Sortiment. Dies mache deutlich, dass "Bio" längst keine Nische mehr sei.
Wild, Obst, Gurken und Glaslfleisch
Ein Schattendasein brauchen auch regionale Anbieter nicht mehr zu fristen. In der Deggendorfer Stadthalle wurden Wild aus dem Bayerischen Wald, Saft aus Künzing, Obst aus dem Lallinger Winkel, Bayerngurken aus Aholming oder Glaslfleisch aus Furth im Wald ins beste Licht gerückt. Ebenso wie bei Knorr oder Mövenpick, Bonduelle oder frosta ist der Verzicht auf Konservierungsstoffe, Glutamat oder andere Zusatzstoffe für sie Selbstverständnis - und zugleich Eintrittskarte für die Innstolz Frischdienst Fachmesse, die auf gesunde, naturbelassene Lebensmittel als dritten Schwerpunkt setzt.
Doch auch wenn die Kompassnadel auf der Einladung in die "Welt der kulinarischen Genüsse" in Richtung biologisch, regional und natürlich zeigt, bleiben Fast und Finger Food, global agierende Aussteller oder solche mit konventionellen Produkten nicht außen vor. Die Einkaufstüte quoll schier über vor Gaumentratzerln und -schmeicherln. Antipasti und Pasta hatten darin genauso ihren Frischeplatz wie frisch gepresste Säfte und leckere Innstolz-Milch.
Auf keinen Fall in die Tüte, so Florian Leebmann, kämen Innstolz hingegen functional foods oder gar gentechnisch veränderte Lebensmittel. Schließlich sei die IFF neben dem "Marktplatz der Orientierung" von jeher auch ein "Marktplatz der frischen Ideen" und obendrein "erfrischend natürlich" - ganz wie es der Bayerische Wald laut neuem Markenzeichen ist und sein will.
Regionale Küche und Produkte sind touristischer Erfolgsfaktor
Dass die Messe, die Lieferanten und die Produkte von Innstolz nicht nur in Bezug auf diesen Slogan zur Tourismusregion Bayerischer Wald und seinem Image passen wie der Käse zur Milch, verdeutlichte bei der Eröffnung Dr. Michael Braun, der Geschäftsführer des Tourismus-Verbandes Ostbayern (TVO). Die regionale Identität, Küche und deren Produkte seien wichtige Qualitäts- und Erfolgsfaktoren für die Tourismusregion, betonte er. Beispiele dafür, wie sehr regionale Spezialitäten das Image eines Urlaubslandes prägen und stärken können, lieferten in Ostbayern eine ganze Reihe von Produkten, angefangen vom Bier über den Hopfenspargel und den Oberpfälzer Karpfen bis hin zum Juradistellamm, den Äpfeln und Birnen aus dem Lallinger Winkel als der " Obstschüssel des Bayerischen Waldes" oder den Schnäpsen der Alten Hausbrennerei Penninger.
Längst machten deshalb einige Betriebe mit dem TVO gemeinsame Werbe-Sache. Und ob nun die Cross-Marketing-Partnerschaft zwischen Adldorfer Mineralwasser und dem Bayerischen Golf- und Thermenland oder die Zusammenarbeit der Käserei Goldsteig mit dem nach ihr benannten Qualitätswanderweg: "Ziel ist es, ähnlich wie in Südtirol erfolgreich der Fall, eine positive Produkt- und Tourismus-Botschaft gemeinsam zu transportieren!"
Wie wichtig und erfolgbringend es außerdem ist, die Gastronomie bei touristischen Projekten mit ins Boot zu holen, zeigten außerdem die "Ge(h)nussgastgeber" entlang des Goldsteiges. Derzeit habe die Kooperation 59 Mitgliedsbetriebe, sie alle zeichneten sich durch hohe Wanderkompetenz und ihre regionale Küche aus.
Wo Milch und Käse fließen
Werbung für ein nicht aufs Deggendorfer Land oder Umland begrenztes Produkt durfte die Bayerische Milchkönigin machen. In Abwesenheit der Lallinger Mostkönigin beeindruckte Christa Rappensberger mit Rekordzahlen rund um die Milch, 1,2 Millionen Kühe, verriet sie, lieferten jährlich 7,5 Millionen Tonnen Milch an 84 Molkereien und Käsereien in Bayern. Gewaltig mit über 400 Sorten und 1000 Geschmacksrichtungen sei auch die Produktvielfalt beim Käse.
Den ganzen bayerischen Käse aufzufahren, dafür reichte die Stadthalle dann zwar nicht. Dafür aber wurden bei zwei Messeseminaren im Ruderhaus Käsespezialitäten aus deutscher und österreichischer Produktion aufgetischt - zum Leidwesen der Teilnehmer hatte das Buffet allerdings vorwiegend theoretischen Charakter.
Andrea Weidemann
Quelle: Deggendorf aktuell, 17.04.08

