Vitamin D – für starke Knochen
Über Vitamin D wird immer wieder intensiv diskutiert – vor allem im Winter, wenn die Tage kürzer, die Sonneneinstrahlung geringer und jeder mit Mütze, Schal und Handschuhe die rare Sonne genießt.
Vitamin D ist an einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt (z.B. Muskelstoffwechsel, Infektabwehr). Besonders wichtig ist das Vitamin D im Calcium- und Phosphatstoffwechsel, da es über diesen die Mineralisierung und Härtung der Knochen fördert. Durch wissenschaftliche Studien konnte gezeigte werde, dass eine gute Vitamin D-Versorgung bei älteren Menschen das Risiko für Knochenbrüche, Kraftverlust, Mobilitäts- und Gleichgewichtseinbußen sowie vorzeitigen Tod senken kann. Eine mögliche Risikosenkung für Krebserkrankungen oder Diabetes mellitus durch Vitamin D konnte bisher nicht bestätigt werden.
Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das nur in wenigen Lebensmitteln in bedeutenden Mengen enthalten ist. Reich an Vitamin D sind Fettfische (z.B. Hering und Makrele). Eine deutlich geringere Menge ist in Leber, mit Vitamin D angereicherter Margarine, Eigelb sowie Steinpilzen, Pfifferlingen und Champignons vorhanden. Dennnoch müssen wir uns bei diesem Vitamin nicht nur auf unsere Lebensmittel verlassen, um ausreichend versorgt zu sein:
Der Mensch ist in der Lage Vitamin D selbst zu synthetisieren, im Gegensatz zu allen anderen Vitaminen. Die Synthese erfolgt in der Haut über 7-Dehydrocholesterol, einen Vorläufer des Cholesterins. Hierzu ist aber Sonnenstrahlung (UVB-Licht) erforderlich.
Somit ist die körpereigene Vitamin-D-Bildung von äußern Faktoren wie dem Breitengrad, der Jahres- und Tageszeit, der Witterung, der Kleidung, der Aufenthaltsdauer im Freien, dem Hauttyp, aber auch dem Alter abhängig.
Die gewünschte Vitamin-D-Versorgung kann durch häufige Aufenthalte im Freien und mit ausreichend unbedeckten Hautpartien erreicht werden. Dabei spricht die Haut des Gesichts und der Handinnenflächen am besten auf die UVB-Strahlung an.
Im Alter ist die Fähigkeit zur Vitamin-D-Bildung in der Haut deutlich herabgesetzt. Zusätzlich wirken sich die verminderte UV-Exposition zum Beispiel durch Mobilitätseinschränkung, den Aufenthalt in Altersheimen oder Krankenhäusern negativ auf die Eigensynthese aus.
Um 10 µg Vitamin D zu bilden, muss sich ein Mensch mit dem Hauttyp III (mittelhelle Haut, braunes Haar, helle bis dunkle Augen, bräunt langsam und bekommt nur manchmal einen Sonnenbrand) von April bis Oktober auf dem 42. Breitengrad (z. B. Barcelona) zur Mittagszeit mit zu einem Viertel unbedeckter Haut schätzungsweise 3 bis 8 Minuten in der Sonne aufhalten. In Deutschland reicht die Stärke der Sonnenbestrahlung nur ca. 6 Monate im Jahr aus, um eine ausreichende Vitamin D-Bildung zu gewährleisten.
Ca. 60% der deutschen Bevölkerung weisen nach internationalen Kriterien eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung auf. Diese hohe Prozentzahl veranlasste die Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) neue Refenzwerte für die Vitamin-D-Zufuhr zu erarbeiten und auszugeben.
Unter Annahme einer fehlenden körpereigenen Synthese liegt die aktuelle Empfehlung bei 20 µg pro Tag.
Zugrunde gelegt wurde der Marker für die Vitamin D-Versorgung im Blut, die Konzentration des 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D), welche bei 50nmol/l liegen soll.
Über die Ernährung mit den üblichen Lebensmitteln nehmen Jugendliche und Erwachsene 2 bis 4 µg Vitamin D pro Tag auf. Differenz zwischen der Zufuhr mit der Ernährung und dem Schätzwert bei fehlender körpereigener Bildung muss über die Vitamin D-Bildung in der Haut abgedeckt werden.
Bei Säuglingen wird einem Vitamin-D-Mangel mit der Gabe einer Vitamin-D-Tablette zur Rachitisprophylaxe ab der 1. Lebenswoche bis zum Ende des 1. Lebensjahres bei gestillten und nicht gestillten Säuglingen vorgebeugt.
Personen, die sich bei Sonnenschein kaum oder gar nicht bzw. nur vollständig bekleidet im Freien aufhalten oder Personen mit dunkler Hautfarbe, benötigen zur Sicherstellung der gewünschten 25-Hydroxyvitamin D-Serumkonzentration in unseren Breiten ein Vitamin D-Präparat. Da im Alter die Vitamin D-Syntheseleistung deutlich abnimmt, ergibt sich in der Altersgruppe ab 65 Jahren eine stärkere Notwendigkeit des Einsatzes eines Vitamin D-Präparates. Halten sich Ältere zudem weniger im Freien auf, nimmt der Beitrag der endogenen Synthese zur Versorgung zusätzlich ab.
Die Einnahme eines Vitamin-D-Präparates sollte dennoch nur in Absprache mit dem Arzt und nach einer Bestimmung der 25-Hydroxyvitamin D-Serumkonzentration erfolgen, auch wenn die Präparate freiverkäuflich und nicht rezeptpflichtig sind.
Eine übermäßige orale Zufuhr kann zu Intoxikationen führen. Da Vitamin D nicht wasserlöslich ist, werden überschüssige Mengen nicht ausgeschwemmt.
Während einer Intoxikation steigt die Calciumkonzentration im Blut stark an, da die Calciumaufnahme aus dem Darm und die Calciumabgabe aus den Knochen gefördert werden. Infolge dessen wird das Hypercalcämie-Syndrom ausgelöst, das zu schweren Organstörungen führen kann.
Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE e. V.):
http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1193

