Köche wissen künftig genauer, was sie in der Pfanne haben: Der Bornheimer Kalbfleischspezialist TILS hat ein neues Qualitätssiegel-Markenkonzept für seine Kalbfleischprodukte eingeführt. Hintergrund: die unterschiedlichen Kalbfleisch-Qualitäten, für die es bisher keine einheitlichen Kriterien gibt. „Der Markt kennt weißes, zartrosa und hellrotes Kalbfleisch. Der Unterschied liegt einerseits in der Qualität, andererseits im Preis“, sagt Erika Masmann, Geschäftsführerin von Tils. 
Die Qualitäten seien nun mit einem Siegel in Gold, Silber und Bronze auf den Verpackungen gekennzeichnet.

 

Wirtschaftslage und Rohstoffpreise mit großem Einsatz aufgefangen

minus 18 Gespräch mit Tifa-Geschäftsführer Dieter Bernhardt über Situation, Trends, Themen und Entwicklungen im GV-Großhandel. 

Trotz schwieriger Wirtschaftslage, explodierender Rohstoffpreise, stetig steigender Kosten für Energie und viele andere Overheads ist die Tifa-Gruppe zufrieden mit ihrem Jahresergebnis. Zumal diese Erhöhungen nur sehr moderat an die Kunden weitergegeben werden mussten, was der Geschäftsführer auf zusätzliche Optimierungen und Einsparungen in den Großhandelsbetrieben zurückführt. 

Wachstum in allen Absatzsegmenten: Das sieht Dieter Bernhardt zum einen als Ergebnis der Optimierungs- und Einsparungs-Anstrengungen und anderer Strategien, vor allem aber auch in stimmigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen begründet und in der Bereitschaft der Verbraucher, die guten Leistungen und Produkte in der Gastronomie weiter nachzufragen. Wachstumstreiber waren für ihn vor allem Snacks und hochwertige Produkte. Trendgerecht hat Tifa 2011 ein neues Hochwert-Eigensortiment eingeführt, das auf sehr gute Resonanz stieß.

Um Qualität und deren Sicherung in anderen Bereichen ging es bei der Großhandelsgruppe auch in 2011. Neue Zertifizierungen wurden abgelegt und für 2012 sollen diese Bestrebungen weiter gehen. Dabei spielt Nachhaltigkeit eine tragende Rolle. Im Produktbereich hat die Gruppe eine neue Highconvenience-Range auf der Pfanne, für die sich Bernhardt gutes Wachstumspotenzial erwartet. Insgesamt sieht Dieter Bernhardt sein Unternehmen gut aufgestellt für die kommenden Herausforderungen.

-18: Wie war das vergangene Jahr, wie stellt sich die Situation im GV-Großhandel und dem Außerhausmarkt derzeit dar? Wie war das Jahr für die Tifa? Gibt es Veränderungen? In welchen Bereichen und worauf führen Sie diese zurück?

Dieter Bernhardt: Das abgelaufene Jahr war sicherlich ein ereignisreiches und zugleich erfolgreiches Jahr für uns. Die gesamtwirtschaftliche Situation war durch eine gewisse Unsicherheit geprägt, nicht zuletzt durch die anhaltende Eurokrise. Trotzdem hat sich der deutsche Außerhausmarkt erfreulich robust gezeigt und wird meiner Meinung nach 2011 mit einem Umsatzplus abschließen. Neben den positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen sind aus meiner Sicht die gestiegenen Preise dafür verantwortlich. In dem nominellen Wachstum stecken erhebliche Preissteigerungen für Energie und Dieselkraftstoff. Davon waren alle Fabrikations- und Handelsstufen betroffen, von der Verpackung über die Lebensmittelproduktion bis zur Logistik. Neben diesen Faktoren haben wir viele Rohstoffpreiserhöhungen akzeptieren müssen. Die weltweit gestiegene Nachfrage nach Agrarprodukten hat die Preise vielfach explodieren lassen. Trotzdem konnten wir die Preiserhöhungen an unsere Kunden moderat halten, was nicht zuletzt auf zusätzliche Optimierungen und Einsparungen in den Großhandelsbetrieben zurückzuführen ist. Unterm Strich erwarten wir ein gutes Jahresergebnis, wenn auch die Anstrengungen dafür wieder einmal deutlich gestiegen sind.

-18: Welches sind die Wachstumsmotoren in diesem vielfältigen Segment?

Bernhardt: Die Wachstumsbringer aus den Artikeln zu lokalisieren, ist für 2011 schwierig, denn wir sind in nahezu allen Produktgruppen gewachsen. Das gleiche gilt für unsere Kunden: von der einfachen bis zur gehobenen Gastronomie, über die Hotellerie bis hin zur Gemeinschaftsverpflegung haben fast alle Sparten zugelegt. Für mich liegt daher der Schluss nahe, dass die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmig und die Verbraucher bereit waren, die guten Leistungen und Produkte in der Gastronomie weiter nachzufragen.

-18: Welche Trends dominieren derzeit im Außerhausmarkt? Welche Art von Produkten ist besonders gefragt?

Bernhardt: Neben dem anhaltenden Trend zum „Snacking" erleben wir erfreulicherweise eine Hinwendung zu qualitativ hochwertigen Produkten. Gerade die Umstellung unserer Tifa-Quality-Artikel auf Deklarationsfreiheit war ein voller Erfolg. Das neue Sortiment bietet viele Vorteile für Gastronomen und Gäste. Alle Produkte kommen ohne deklarierungspflichtige Zusatzstoffe und künstliche Geschmacksverstärker aus. Wir freuen uns darüber, dass viele unserer Industriepartner unserem Beispiel gefolgt sind und ihre Rezepturen daraufhin prüfen und optimieren.

-18: Tifa-Quality - was umfasst dieses Sortiment an Produkten? Wie weit ist die Verbreitung gediehen?

Bernhardt:

Mit der neuen Produktmarke Tifa Quality setzt die Tifa seit dem vergangenen Jahr komplett auf deklarationsfreie Produkte (ODZ). Die Tifa-Regionalpartner haben die  neuen Artikel sukzessive in ihre Sortimente aufgenommen, so dass mittlerweile eine große Auswahl an ODZ-Produkten für Köche und Gastronomen verfügbar ist. Das Tifa Quality Sortiment umfasst nahezu alle TK-Artikelgruppen von Fisch, Fleisch über Gemüse und Beilagen bis hin zu Backwaren. Darüber hinaus gibt es auch Sortimente im Bereich Konserven/Trockenprodukte und im Frischebereich. Tifa Quality bildet für uns die logische Konsequenz einer steigenden Nachfrage nach hochwertigen Lebensmittelprodukten und gesundheitsbewusster Ernährung. Neben der gesunden Ernährung spielen aber auch ethische Fragen eine wichtige Rolle. Wir verpflichten ausdrücklich alle Lieferanten bei der Herstellung der Produkte keine Zwangs- oder Kinderarbeit zuzulassen, Diskriminierungen zu vermeiden sowie Mindeststandards bei  den Arbeitszeit- und Lohnregelungen sowie im Gesundheitsschutz konsequent einzuhalten.

-18: Welche Themen haben die Tifa in 2011 beschäftigt? Welche Themen haben Sie für 2012 auf Ihrer Agenda?

Bernhardt: Alle Themen, mit denen wir uns beschäftigt haben beziehungsweise beschäftigen werden, zielen darauf ab, dem Kunden noch mehr Sicherheit und Zusatznutzen zu bieten. Schwerpunkte der Tifa in 2011 bildeten unter anderem die Zertifizierungen gemäß den Anforderungen des IFS Broker-Standards. Die Tifa eG und die Tifa Service GmbH wurden im August 2011 offiziell zertifiziert gemäß IFS Broker. Damit besitzen beide Unternehmen nun ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, das die bisherige ISO-Norm deutlich übertrifft. Zusätzlich führt die Tifa das Bio-Zertifikat für den Handel mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln bei Tiefkühlprodukten, Frischeprodukten und Nährmitteln. Dies ermöglicht uns die Arbeit auf höchstem Niveau und bietet unseren Kunden durch kontinuierliche Prozessoptimierung ein Maximum an Produktsicherheit. Für 2012 beschäftigen wir uns intensiv mit MSC und ähnlichen Zertifizierungen. Auf der Agenda in diesem Jahr steht außerdem der Wunsch, die kundenspezifischen Einkaufsportale elektronisch zu bestücken. Hierfür planen wir Investitionen in die IT-Infrastruktur, um unseren Kunden einen größtmöglichen Nutzen im Inter¬net zu bieten.

-18: In welchen Marktsegmenten sind TK-Produkte besonders stark vertreten? Hat es in einem bestimmten Absatzsegment signifikante Veränderungen gegeben?

Bernhardt: Ich glaube, diese Frage hat sich in den letzten Jahren von alleine beantwortet. Es gibt eigentlich so gut wie kein Marktsegment, in dem TK nicht zu finden ist. Die Frage die sich für den Verwender stellt ist vielmehr: wo liegen meine Schwerpunkte und wie kombiniere ich Frische- und Tiefkühlprodukte perfekt miteinander, so dass ich ein optimales Ergebnis erziele.

-18: Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit in Ihrer Marktsegment, welchen bei der Tifa?

Bernhardt: Insbesondere im GV-Bereich verzeichnen wir eine steigende Nachfrage nach Lebensmitteln ohne deklarierungspflichtige Zusatzstoffe und künstliche Geschmacksverstärker. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nachhaltigkeit in unserem Marktsegment einen steigenden Stellenwert besitzt - sowohl im Hinblick auf die Produktion der Lebensmittel, als auch für die Auswahl der Lieferanten. Für die Tifa ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor, er darf aber nicht zu Lasten der Produktqualität gehen. Nur tiefgekühlt sind die wertvollen Inhaltsstoffe vieler Produkte richtig geschützt, daher setzen wir auch weiterhin auf Tiefkühlkost. Im Idealfall lassen sich beide Anforderungen kombinieren beispielsweise indem wir auf viele künstliche Zusatzstoffe verzichten, deren Herstellung wiederum Energie verbraucht. Wichtig ist auch hier die Transparenz, mit der die Tifa ihre Kunden für nachhaltige Produktanforderungen      sensibilisieren  möchte, damit Nachhaltigkeitskriterien neben der Produktqualität in die Kaufentscheidung einbezogen werden. Als regional verwurzelte Händlergemeinschaft engagieren sich die Tifa-Mitglieder seit jeher in ihrem regionalen Marktumfeld und unterstützen soziale Projekte vor Ort sowie die persönliche Entwicklung ihrer Mitarbeiter. Das verantwortliche unternehmerische Handeln unserer Regionalpartner spielt dabei eine zentrale Rolle. Als Zustelldienst trägt die Tifa mit einer modernen Flotte zur Reduzierung des C02-Ausstoßes bei. Auf einer Tour beliefert ein LKW viele Kunden und spart ihnen dadurch den Weg zu einem C&C-Markt. Hinzu kommt die Verwendung von Produktverpackungen aus recycelten Rohstoffen. Die Tifa setzt auf neue Technologie zur Reduzierung des Energiebedarfs und unterstützt die regenerative Energiegewinnung beispielsweise durch Solaranlagen auf Kühllagern. Angesichts steigender Energiekosten und auf Grund eines wachsenden Umweltbewusstseins nutzen viele unserer Regionalpartner auch Anlagen zur Wärmerückkopplung.

-18: Was muss ein TK-Produkt bieten, um im Außerhausmarkt Erfolg zu haben?

Bernhardt: Ein erfolgreiches TK-Produkt für den Außerhaus-Markt muss mehrere Faktoren erfüllen. Bei der Zubereitung spielen Gelingsicherheit und Produktsicherheit sicherlich eine wichtige Rolle. Betriebswirtschaftlich betrachtet bilden die portionsgenaue Kalkulationssicherheit und die hohe Verfügbarkeit des Produkts zahlreiche Vorteile für den Profi-Anwender. Hinzu kommen die Zeitersparnis und eine hohe Flexibilität bei der Zubereitung - gerade im Hinblick auf das Stoßgeschäft. Hohe Standzeiten, damit die Speisen auch nach längerer Warmhaltezeit immer noch schön anzusehen und schmackhaft sind, runden das Erfolgsrezept der Produkte für den Außerhausmarkt ab.

-18: Wie viel Convenience wollen die Anwender in den verschiedenen Absatzfeldern des Außerhausmarktes, gibt es da Unterschiede?

Bernhardt: Der Conveniencegrad ist immer abhängig von den Anforderungen in der Küche. Während in der gehobenen Gastronomie die „Hand made Optik“ ein wichtiger Faktor ist, hat eine Großküche mit mehreren hundert Essen in der Mittagspause ganz andere Herausforderungen zu meistern. Grundsätzlich entscheidet der Koch, ob er rohe Produkte verarbeitet oder ein bereits fertig gegartes Produkt regeneriert. Neben den Anforderungen in der Küche entscheidet da sicherlich auch die Vorliebe des Kochs. Aber eins sollte man dabei bedenken: Je weniger Zeit in der Küche für Basisarbeiten aufgewandt werden muss, umso mehr kann der Koch sich der Inszenierung seines Produktes widmen - gemäß dem Motto: Das Auge isst mit. Letztendlich erhält der Tischgast in allen Fällen ein sehr gutes Produkt, was er auch erwarten kann, aber im Gedächtnis bleibt ein liebevoll und perfekt hergerichtetes Menü.

-18: Es scheint im Endverbraucherbereich eine Entwicklung hin zu Qualität oder zumindest etwas weg vom Preis als größtem Key-Driver zu geben. Sehen Sie solch eine Entwicklung auch für den Außerhausmarkt?

Bernhardt: Der Preis wird sicherlich auch zukünftig in beinahe allen Bereichen des Foodmarktes eine wichtige Rolle spielen, aber in modernen Gesellschaften ändert sich die Lebenseinstellung immer mehr in Richtung „gutes Leben“. Das äußert sich auch in einer gesunden Ernährung mit Genuss, zumal die Generation der älteren Menschen, die sich bis ins späte Erwachsenenalter gesund, geistig fit und aktiv halten, darauf Wert legt und bereit ist, einen entsprechenden Mehrpreis für Qualitätsprodukte zu bezahlen.

-18: Was gibt es Neues an Produkten und Konzepten bei der Tifa? In welchen Bereichen kann der Markt Ihrer Einschätzung nach weiter entwickelt werden?

Bernhardt: Wir beschäftigen uns zurzeit mit fertig gegarten Produkten in fertigen Soßen eingelegt. Hier ist der Conveniencegrad nochmals höher. Der Vorteil liegt in den deutlich reduzierten Zubereitungszeiten und dem entfallenden Garverlust. Wir sind gespannt wie unsere Kunden darauf reagieren. Die Erhöhung des Conveniencegrads bei Lebensmittelprodukten im Außerhausmarkt bietet aus meiner Sicht sehr gute Entwicklungschancen.

-18: Was erwartet die Tifa für 2012? Wo liegen Ihrer Ansicht nach die größten Chancen, Risiken und Probleme?

Bernhardt: Wir hoffen, dass sich die Preiskurve wieder etwas normalisiert, wobei wir die historisch niedrigen Preisniveaus wohl längerfristig nicht mehr erreichen werden. Bei anhaltend starker Nachfrage nach Agrarrohstoffen und Lebensmitteln weltweit konkurrieren wir immer stärker mit den aufstrebenden Schwellenländern. Für uns bedeutet das in erster Linie Versorgungssicherheit herstellen, um lieferfähig zu bleiben -und das kann möglicherweise etwas mehr kosten. Wir blicken trotz großer Herausforderungen zuversichtlich in das neue Jahr 2012.  rc

Quelle: minus achtzehn - das tiefkühlmagazin, 1-2/ 2012 

Milch und Butter werden deutlich teurer

Düsseldorf. Milch, Butter, Schlagsahne und Quark: Auf die deutschen Verbraucher kommen bei einer Reihe von Milchprodukten deutlich steigende Preise zu. Aldi Süd vollzog gestern Preiserhöhungen, die in der Spitze 21 Prozent bei Butter ausmachen. Der Discounter verwies auf gestiegene Rohstoffpreise, die an die Kunden weitergeben werden müssten. An Aldi-Preisen orientieren sich Supermarkt-Riesen in der Billigpreislage. Trinkmilch der untersten Preislage wird nach Einschätzung von Discountexperten sogar so teuer werden wie seit Jahren nicht mehr. Aldi Süd hob nach eigenen Angaben den Preis für die günstigste Frischmilch um fünf Cent je Liter auf 59 Cent (1,5 Prozent Fett) sowie 65 Cent (3,5 Prozent Fett) je Liter an − ein Anstieg von gut neun bzw. gut acht Prozent.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 03. Mai 2013

zurück